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Ethos
**Einführung**
Wenn es wahr ist, dass sich hinter fast jeder Erfindung ein bestimmtes Bedürfnis verbirgt, so gilt dies ganz sicher auch für die Entstehung des Teppichs. Das Leben auf hartem Boden – sei es für die Bewohner der Berge, der Wüsten oder der Ebenen – war über längere Zeit kaum zu ertragen. Daraus entstand die Notwendigkeit, etwas zu erschaffen, das isolieren und vor dem strengen Winterklima sowie vor allem vor dem Kontakt mit dem rauen Erdboden schützen konnte.
Diese Idee entstand mit Sicherheit innerhalb einer für die damalige Zeit fortschrittlichen Gesellschaft. Aus den Berichten der Historiker lässt sich schließen, dass gewebte Erzeugnisse wie Vorhänge und Stoffe zu den Materialien gehörten, die zur Verschönerung von Palästen und Höfen verwendet wurden. Das Vorhandensein von Vorhängen in Wandgemälden aus dem alten Ägypten und aus Pompeji belegt die weit verbreitete Nutzung dieser Tradition.
**Der Teppich:
Allgemeine Übersicht**
Wie alle handwerklichen Erzeugnisse war auch der Teppich ursprünglich ein Produkt des einfachen Volkes. Im Laufe der Zeit verbesserten sich jedoch die Webtechniken und die Produkte wurden so wertvoll, dass sie zu begehrten Einrichtungselementen an den königlichen Höfen avancierten.
Die Herstellung von Teppichen nahm vor allem im Handel und in der Inneneinrichtung eine immer wichtigere Rolle ein. Mit der Machtübernahme der Safawiden-Dynastie im Iran und dem Aufstieg des Osmanischen Reiches begann eine neue Ära in der Welt der Kunst und des Teppichs.
### **Teppichknoten**
Die Webtechniken entwickelten sich so stark weiter, dass während die ersten Teppiche im Wesentlichen geometrische Muster aufwiesen, die mit symmetrischen Knoten (türkischer Knoten) geknüpft wurden, später die Idee entstand, Blumen, Tiere und sogar Lebens- sowie Schlachtenszenen einzufügen.
Es war die Erfindung des asymmetrischen Knotens (persischer Knoten), die die Möglichkeit bot, Figuren in Perfektion wiederzugeben. Die Besonderheit dieses Knotens besteht in der Erzeugung geschwungener Linien – essenzielle Bewegungen, um Blüten und Figuren unterschiedlicher Art auszuarbeiten.
Die in dieser Epoche gewebten Wandteppiche sind wahre Meisterwerke, die in Museen ausgestellt sind, wie etwa der berühmte **Ardebil-Teppich** im *Victoria and Albert Museum* in London. Der **Marby-Teppich** hingegen wird im *Staatlichen Historischen Museum* (*Statens historiska museum*) in Stockholm aufbewahrt. Schließlich sind noch die der Serenissima gewidmeten Teppiche zu erwähnen, die im *Markusdom* in Venedig ausgestellt sind.
